Ulrik Remy Nacht Lyrics

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fast alle schlafen; nur am himmel
kann ich freund halbmond lächeln sehn.
der alte bursche hat den fimmel,
fast nur im dunkeln auszugehn;
die strassenbahn hat ihre runde
schon längst zum letzten mal gemacht.
die stadt hat zu der späten stunde
fast alle augen zugemacht.
in einem ganz verrufenen keller
sagt eine: 'sei ein bisschen nett' -
der gast trinkt folgsam etwas schneller,
und bald gehn beide auch zu bett.
zwei taxifahrer sprechen leise
an ihrem platz beim telefon;
wohl über weiber: auf die weise
bekommt die schönheit ihren lohn.
ich liege wach, ich kann nicht schlafen,
schon fast zwei stunden geht das so;
zuerst versuchte ich's mit schafen,
und dreimal war ich auf dem klo -
dass diese nacht auch mal zu ende,
das tröstet nicht: wann wird es hell?
nach welcher seite ich mich wende,
mit mir spricht nur meine bettgestell.
was lässt mir diesmal keine ruhe?
ist es mein vollgestopfter bauch?
ist es der lichtschein auf der truhe,
und unser kranker nachbar auch?
ich weiss es nicht; die zeit geht weiter,
und mit ihr geht im sonnenschein
das unrecht. unbeschwert und heiter
kann nur der ungerechte sein;
denn alle schlafen. nur die frage
läuft schreiend weiter, ungehört:
warum hat man zum kirchentage
die bettler in den knast gesperrt?

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